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Proxomitron
Download:
http://www.buerschgens.de/Prox/
Proxomitron ist ein Freeware-Programm, welches beim Surfen unangenehme
HTML-Anweisungen aus den Web-Seiten herausfiltern kann, noch bevor sie vom
Browser dargestellt werden. Das gilt auch für neugierige Abfragen durch
Scriptsprachen, die die eigene IP-Adresse auslesen können.
Solche Webfilter benutzt man in der Regel, um lästige Werbung oder
„Popup“–Fenster aus Web-Seiten zu entfernen. Der Werbefilter Webwasher
funktioniert beispielsweise nach diesem Prinzip. Der Clou bei Proxomitron
ist jedoch, dass es keine starren, unveränderlichen Regeln enthält, sondern
man sehr leicht eigene Filter erstellen kann. Falls wir also häufiger eine
Web-Seite besuchen, die irgendetwas enthält, das uns nicht gefällt, können
wir einfach einen Filter dazu benutzen, um die entsprechende HTML-Anweisung
aus der Seite zu entfernen. Die Vorgehensweise dabei ist recht einfach: Man
schaut sich den Quelltext der entsprechenden Web-Seite an und erstellt einen
neuen Filter, der die Anweisung ersetzt oder komplett entfernt. Das
Erstellen solcher Filter ist sehr einfach und schon mit Grundkenntnissen in
HTML zu bewerkstelligen. Aber dazu später mehr...
Nach der Installation von Proxomitron steht uns das Programm als lokaler
Proxy-Server zur Verfügung. Statt im Browser die IP-Adresse eines anonymen
Proxy-Servers einzutragen, geben wir dort einfach die Adresse unseres
eigenen PC an, nämlich 127.0.0.1. Unser PC ist nämlich auch immer unter
dieser IP-Adresse für uns erreichbar, selbst wenn wir vom Provider oder vom
Netzwerk eine andere IP bekommen haben. Man nennt diese spezielle IP-Adresse
übrigens auch localhost und tragen diese in unseren Browser ein, sowie die
Portnummer, an der Proxomitron auf Anfragen des Browsers wartet. Das ist von
Haus aus Port 8088.
Im Internet Explorer wählt man dazu unter Internetoptionen, Verbindungen im
Feld DFÜ-Einstellungen die gewünschte Verbindung bzw. den Provider aus und
klickt zweimal auf den entsprechenden Eintrag. Es öffnet sich dann folgendes
Fenster:

Benutzer von Netscape konfigurieren ihren Browser dagegen so:

Das Gleiche gilt natürlich auch wieder für Opera, hier die Einstellungen
wieder am Beispiel der englischen Version 4:

Sobald das Proxomitron gestartet wurde, kann man sich zunächst einmal die
Filter näher anschauen. Diese kann man einzeln aktivieren oder deaktivieren.
Hier gibt es eine Menge nützliches Zeugs, aber uns interessieren im Moment
vor allem die Filter mit den Javascripts und die Filter wie z.B. "Hide
Browser's Referer", die wir unter dem Knopf Web Page finden. Damit können
wir gezielt alle neugierigen Javascripts herausfiltern. Eine genaue
Beschreibung aller Filter wird vom Autor mitgeliefert.

Im Feld Headers hingegen können wir kontrollieren, welche Informationen
unseren PC verlassen. Unser Browser sendet nämlich häufig über die URL
Informationen über uns an den Web-Server zurück, wenn wir auf Verknüpfungen
klicken. Proxomitron unterscheidet dabei zwischen "Outgoing Headers" und "Incoming
Headers".
Schauen wir uns z.B. den Filter namens User-Agent etwas genauer an. Mit
User-Agent ist natürlich unser Browser gemeint und ziemlich jeder mir
bekannte Server versucht ( zu statistischen Zwecken ) diese Information
abzufragen. Der Programmierer von Proxomitron hat sich einen kleinen Scherz
erlaubt und als Information dort "SpaceBison/0.01 [fu] (Win67; X;
ShonenKnife)" eingetragen. Aktivieren wir doch einfach mal diesen Filter und
schauen uns auf den bereits bekannten Testseiten an, welchen Effekt dies
hat...

Wenn alles einwandfrei funktioniert, sollten die Testseiten jetzt "SpaceBison"
als Browsertyp anzeigen. Falls die entsprechenden Javascript-Filter
aktiviert sind, sollte die Testseite nicht mehr über unseren Browser an
diese Information gelangen können. Allerdings wird jetzt in den IP-Feldern
wieder unsere eigene IP-Adresse angezeigt. Das kommt natürlich daher, dass
wir für Proxomitron den anonymen Proxy-Server aus unserem Browser entfernt
und dort stattdessen unsere lokale IP-Adresse eingetragen haben. Jeder
Web-Server sieht jetzt wieder unsere wirkliche IP-Adresse.
Macht aber nix, dann tragen wir den anonymen Proxy-Server halt einfach im
Proxomitron ein statt im Browser. Aktiviert man im Menü die Option Use
Remote Proxy und drückt anschliessend den Knopf Proxy, erscheint das Fenster
External Proxy-Selector. Dort tragen wir wie gewohnt die IP-Adresse eines
anonymen Proxy-Servers ein. Mit dem Knopf Test können wir überprüfen, ob der
Server erreichbar ist. Proxomitron merkt sich übrigens die IP-Adressen in
einer Liste, so dass wir in Zukunft bequem zwischen verschiedenen Proxies
umschalten können.

Probleme mit dem Internet Explorer
Bei diesem Browser kann es manchmal vorkommen, dass er selbst bei korrekter
Proxy-Konfiguration nicht auf Proxomitron zugreift, sondern weiterhin direkt
ins Internet. In diesem Fall sollten wir mal einen anderen Browser auf
127.0.0.1:8088 konfigurieren und testen. Greift der andere Browser korrekt
auf Proxomitron zu, dann liegt der Fall klar. Gute Erfahrungen habe ich
damit gemacht, mit dem Internet Connection Wizard die Internet-Verbindung
neu zu konfigurieren. Man sollte sich nicht davon irritieren lassen, dass
die Proxy-Einstellungen dort bereits korrekt eingetragen sind – der Internet
Explorer ist manchmal leider stur wie ein Esel...
Ein simpler Filter für Proxomitron
Dieser Filter stammt nicht von mir, sondern wurde von der Filtersammlung der
Proxomitron-Homepage heruntergeladen. Ich will ihn hier trotzdem vorstellen,
weil er uns zum Einen in der Titelzeile des Browsers anzeigt, ob das
Proxomitron wirklich aktiv ist, und zum Anderen als Erläuterung, wie man
selbst ganz leicht eigene Filter erstellen kann. Alles, was man dazu
benötigt, sind ein paar rudimentäre HTML-Kenntnisse.
Unter dem Knopf "Web Pages" findet man eine Auflistung der vorhandenen
Filter. Um einen neuen Filter zu erstellen, drückt man einfach den "New"-Knopf
und gibt einen Namen für den Filter an, z.B. "Proxomitron-Indikator".
Der Rest funktioniert ebenso einfach wie das "Suchen und Ersetzen"-Kommando
eines beliebigen Texteditors - und welch Zufall - die beiden Felder im
Proxomitron heissen auch genau so, nämlich "Matching Expression", sowie "Replacement
Text".
Unter "Matching Expression" gibt man einfach den Text ein, den man beim
Surfen ersetzt haben will. Hier ist das die HTML-Anweisung:
<TITLE>\1</TITLE>
Anschliessend gibt man im Feld "Replacement Text" folgende Anweisung ein:
<TITLE>\1 (Proxomitron)</TITLE>

Nun muss man nur noch den Editor schliessen und den Filter mit einem Kreuz
im entsprechenden Kästchen aktivieren - fertig. Ab jetzt steht beim Surfen
im Fenster des Browsers hinter jedem Titel einer Web-Seite der Text (Proxomitron),
was deshalb wahnsinnig nützlich ist, weil wir so stets wissen, ob das
Proxomitron aktiviert ist.

Wie man sieht, ist es total einfach, einen funktionierenden Filter zu
erstellen. Nebenbei kann man mit diesem Programm übrigens das Internet nach
seinen eigenen Wünschen gestalten, weil man damit den HTML-Code jeder
Web-Seite beliebig manipulieren kann.
Unser Browser als Datenschleuder
Mit dem Log-Window von Proxomitron können wir nun übrigens auch erstmals
beim Surfen beobachten, was alles an Informationen unseren PC verlässt,
selbst wenn wir anonyme Proxy-Server benutzen. Ich habe nur einmal für ein
paar Minuten die Filter deaktiviert, was einem ungeschützten Internet-Besuch
entspricht.
Wirklich erstaunlich, was da so alles ungewollt an Daten irgendwo im
Internet landet. Wer es einmal selbst ausprobieren möchte, sollte sich nicht
über die Menge der in die Welt geschleuderten Daten wundern. Zwei oder drei
Besuche auf populären Seiten reichen aus, damit Hunderte von Informationen
durch dieses Log-Window rauschen. Ich habe hier einmal einen Schnappschuss
des Log-Windows erstellt.Die grün markierten Texte darin sind Daten, die den
Browser verlassen.

In diesem Beispiel enthält die besuchte Web-Seite ein Bild, welches auf dem
Server von ads.smartclicks.com liegt. Nun haben wir doch eigentlich
überhaupt nichts mit dieser Firma zu tun und möchten erst recht nicht, dass
diese Leute auch noch Informationen über uns erhalten. Trotzdem war dieses
Werbebildchen nicht nur in der Lage, über den Referer die URL der besuchten
Seite an diese Werbefirma zu senden, sondern auch einen Cookie auf unserer
Festplatte anzulegen, der uns später immer wieder identifizieren wird.
Lästig, oder ? Aber es gibt Abhilfe: Auf der Web-Seite von Proxomitron gibt
es nützliche Filter z.B. gegen Tracker und Web-Bugs zum Download. Diese
verhindern wirkungsvoll, dass unser Browser unentwegt Daten über unseren
Internet-Aufenthalt an Dritte sendet, die das, meiner bescheidenen Meinung
nach, einen feuchten Kehricht angeht, welche Web-Seite wir uns da gerade
ansehen.
Proxomitron = Freeware ?
Wer sich etwas intensiver mit Proxomitron auseinandersetzt, wird schnell
merken, dass dessen Bezeichnung als universaler Web-Filter nicht übertrieben
ist. Durch die eingebauten Scriptfähigkeiten kann man mit dem Proxomitron
beliebige Seiten im Internet nach seinen eigenen Wünschen gestalten. Kaum zu
glauben, dass dieses Programm von einer einzelnen Person entwickelt wurde
und als Freeware verfügbar ist. Naja, eigentlich ist es weniger Freeware als
vielmehr Shonenware. Der Autor wünscht lediglich, dass man sich eine CD
seiner Lieblingsgruppe Shonen Knife kauft. Das Programm selbst ist voll
funktionsfähig und die "Registration" von Proxomitron erfolgt durch Zusenden
eines Bildes von uns, auf dem die CD als Beweis zu sehen ist. Diese Idee ist
mindestens genauso verrückt wie das ganze Programm selbst und schon alleine
deshalb unterstützenswert !
Weitere Fähigkeiten von Proxomitron
Neben den Filtern, die im Menü von Proxomitron existieren, gibt es noch
weitere Funktionen, auf die man in der Regel nur per Zufall stösst. Es ist
wahrscheinlich, dass der Autor in späteren Versionen auch darauf hinweist,
aber der Vollständigkeit halber werde ich kurz die 6 zusätzlichen
Konfigurationsdateien beschreiben, die sich im Programmverzeichnis von
Proxomitron befinden. Alle Adressangaben dort sind auch mit wildcards bzw.
Jokerzeichen möglich.
AllowCookies.txt
Hier kann man URLs von Seiten eintragen, von denen man Cookies akzeptieren
möchte
Keywordlist.txt
Erlaubt Schlüsselwörter, die dann das Anzeigen von Werbebannern verhindern.
Anders als bei den üblichen Methoden, die auf Image tags basieren, kann man
hier gezielt Bilder von kompletten Seiten, also z.B. bestimmte Werbefirmen,
von vorneherein ausschliessen
KillImages.txt
Alle Bilder der darin enthaltenen URLs werden durch ein transparentes Gif
ersetzt. Sehr praktisch vor allem bei grafiküberladenen Seiten, bei denen
uns trotz allem grafischen Firlefanz am Ende doch nur der Text interessiert,
wie das z.B. bei Message Boards der Fall ist
MIMEFixList.txt
Passt die Dateiendung von MIME-codierten Dateien an
URLAliasList.txt
Eine sehr praktische Methode, eigene Abkürzungen zu Web-Seiten zu
definieren. Statt die komplette URL einer Seite einzugeben, definiert man
einfach eine leicht merkbare Abkürzung wie z.B. as für Anonym Surfen und
tippt dann im Browser nur noch .as ein, um zu meiner Seite zu gelangen. Das
ist natürlich nur ein Beispiel. Das Schöne daran ist natürlich, dass dies
dann mit jedem Browser funktioniert, der auf das Proxomitron zugreift
URLKillfile.txt
Blockt absolut jeden Zugriff auf die dort angegebene Adressen
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