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Spione auf
dem PC
Ebenso unverschämt wie auch ärgerlich wie die im vorherigen Abschnitt
erwähnten Web Bugs sind bestimmte Shareware-Programme, die unbemerkt Spyware
auf dem eigenen PC installieren. Diese Spyware nimmt dann heimlich Kontakt
zum Hersteller auf, überträgt dabei statistische Daten über den Benutzer und
lädt sogar Werbung auf die eigene Festplatte. Dies geschieht selbst dann,
wenn man das Shareware-Programm nicht gestartet oder inzwischen sogar wieder
deinstalliert hat, da sich die Spyware unbemerkt in das Betriebssystem
einklinkt und schon mit dem Browser geladen wird.
Wozu soll das gut sein ? Die Programmierer von Shareware wählen manchmal
diesen Weg der Finanzierung, um einen Teil der Unkosten für das Erstellen
der Software wieder hereinzuholen. Dabei nehmen sie billigend in Kauf, dass
der PC des möglichen Kunden mit Spionagesoftware verseucht wird, die dann
unbemerkt Informationen an den Hersteller der Spyware übermittelt. Der als
Timesink bekannte Schmarotzer ist sogar in der Lage, sich selbständig ins
Internet einzuwählen und sich so zum Hersteller Conducent zu verbinden. Der
Name Timesink bedeutet übrigens frei übersetzt "Zeit-Abfluss" und ist noch
eine eher harmlose Bezeichnung für dieses Ärgernis.
Auch die deswegen in Kritik geratene Firma Radiate weiss natürlich, dass
ihre Produkte in der Öffentlichkeit nicht auf Gegenliebe stossen und hat
deshalb auch vorsichtshalber den Namen gewechselt, um nicht mehr mit dem
Aureate-Parasiten in Verbindung gebracht zu werden. Auch wenn die Hersteller
von Spyware niemals müde werden, zu betonen, dass dabei keine persönlichen
Daten übertragen werden, haben solche Schmarotzerprogramme nichts auf
unserem PC verloren. Wir betreiben ja schliesslich keine Telefonzelle für an
Heimweh leidende Programme...
Wer also schon öfter einmal Shareware auf seinem Rechner installiert hat,
sollte sich unbedingt das Programm Ad-Aware herunterladen und damit seinen
Rechner prüfen. Eine ständig aktualisierte Liste der verseuchten Software
stellt die Firma Radiate freundlicherweise gleich selbst zur Verfügung.
Phonehome
Während man Spyware recht einfach wieder los wird, weil sie nur
Zusatzprogramme darstellen, ist es schon sehr viel unangenehmer, wenn die
auf einem PC installierten Programm von sich aus schon den Hersteller
kontaktieren. Dieses Verhalten nennt man Phonehome oder aber, noch
treffender, Heimweh. Ein populäres Beispiel ist der SmartDownload der Firma
Netscape, der nicht nur heimlich Kundennummern, Namen und Mail-Adressen zu
Netscape überträgt, sondern auch die Namen und URLs der damit
heruntergeladenen Dateien.
Darüber hinaus schnüffelt Windows ME auch noch
in anderen Bereichen, indem es z.B. bei Internet-Spielen einen Kontakt zum
Microsoft-Server aufbaut und auch hier wieder Daten überträgt, die Microsoft
nichts angehen sollten. Ferner wird vom Internet Explorer ein Cookie
angelegt, welches eine eindeutige Kundennummer enthält, die wiederum
unbemerkt an Microsoft verschickt wird.
Versteckte Informationen in Dokumenten
Software muss aber nicht erst per Internet nach Hause telefonieren, um die
persönlichsten Daten in die Welt zu schleudern, meist sind diese schon
versteckt in den Dokumenten oder Bildern enthalten, die mit namentlich
registrierten Programmen erstellt wurden.
Ein Phonehome der besonderen Art hat z.B. Microsoft mit dem sehr populären
Word 97 betrieben, welches eine sogenannte GUID in jedes Word-Dokument
eingefügt hat. Diese GUID ist eine eindeutige Nummer, die bei der
Online-Registration heimlich an Microsoft übermittelt wird und enthält die
sogenannte MAC-Adresse unserer Netzwerkkarte - eine weltweit einmalige
Zahlenkombination, die uns im Zusammenhang mit unserem Namen anschliessend
immer als Ersteller eines elektronisch veröffentlichten Dokumentes verraten
wird. Aber selbstverständlich hat Microsoft diese GUID nicht während der
Online-Registration von Windows in einer Datenbank gespeichert, das Ganze
war nämlich nach offizieller Erklärung eine Art Versehen und ein Schelm ist,
wer Böses dabei denkt...
Besitzer von Office 97 sollten sich aber unbedingt die neuesten Service
Releases besorgen oder Guideon verwenden, um die GUID aus ihren Dokumenten
zu entfernen, bevor diese im Internet publiziert werden.
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