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Web Bugs Interessanterweise muß das Bild, das hinter diesem Web Bug steckt, für den Surfer nicht einmal sichtbar sein. Es genügt ein transparentes Bild im Gif-Format oder Bilder von 1x1 Pixel Größe, die von den Webdesignern übrigens auch gerne dazu benutzt werden, um ihre Seiten korrekt zu formatieren. Ich habe hier einmal ein solches unsichtbares Bild eingefügt, aber selbstverständlich enthält es keinen Web Bug. Für die Werbefirmen sind Web Bugs eine praktische Sache, denn im Gegensatz
zu herkömmlicher Werbung läßt sich durch den Zugriff auf deren Webserver
stets genau ermitteln, wie oft eine Bannerwerbung abgerufen bzw. betrachtet
wurde. Verbindet man diese Web Bugs mit Cookies, sind Werbefirmen dann auch
in der Lage zu bestimmen, von wem eine Webseite bzw. die darauf enthaltene
Werbung betrachtet wurde und damit die Surfer in Zielgruppen einzuteilen.
Durch dieses Monitoring wird eine unmittelbare Erfolgskontrolle über die
geschaltete Werbung möglich und ein lang gehegter Wunsch der Werbeindustrie
plötzlich wahr: Der gläserne Verbraucher. Wer sich dafür interessiert, wie dieses System funktioniert, kann sich bei privacy.net im Rahmen eines kleinen Tests aus mehreren populären Web-Seiten gezielt solche Werbecookies aussuchen und sich anschliessend bei einem Internet-Service „registrieren“. Auf dem anschliessend erstellten Bewegungsprofil werden dann ausführlich die bisher besuchten Web-Adressen aufgelistet. Man sollte dabei bedenken, dass es sich bei dem von Privacy.net angebotenen Testformular ausnahmsweise nur um ein einziges Feld handelt, in das man lediglich ein einzelnes Wort eingeben kann. In der Realität werden in den „echten“ Formularen natürlich wesentlich mehr Angaben verlangt.
Nicht nur moderne Mailprogramme kommen mit HTML und damit auch mit Web Bugs zurecht, sondern auch in moderne Dokumentenformate wie z.B. Word-, Access-, Excel- und Powerpoint-Dateien lassen sich Web Bugs einbetten. Dies ist aber kein Microsoft-spezifisches Problem, sondern kann bei jedem Dokumentformat auftreten, solange es nur in der Lage ist, HTML-Code zu verarbeiten. Verschickt man dann diese präparierten Dokumente per Mail, so läßt sich jederzeit kontrollieren, wann, wie oft und von welcher IP Adresse das Dokument geöffnet wurde. Vor allem in Firmennetzwerken sind natürlich die IP Adressen der Rechner meist mit einer Person oder einer Abteilung verknüpft. Wenn nun beispielsweise die Geschäftsleitung ein vertrauliches Dokument an die Buchhaltung versendet, so läßt sich durch eine Überprüfung der IP Adressen der Empfänger leicht feststellen, ob die Information auch von Unbefugten gelesen wurde. Mit dieser Methode lassen sich dann auch schnell Verstöße gegen das Copyright feststellen, falls ein Dokument ohne Erlaubnis des Autors weitergegeben wurde. Verfeinern läßt sich diese Methode noch, wenn man die Dokumente mit individuellen Web Bugs ausstattet und sie den Empfängern namentlich zuordnet. So läßt sich schnell feststellen, wo die undichte Stelle bei der Verbreitung von vertraulichen Informationen zu finden ist, weil die unerlaubt verbreitete Version beim Öffnen immer exakt die Grafik auf dem Server des Absenders abrufen wird, die dem Empfänger zugeordnet ist, der das Dokument ursprünglich einmal erhalten hat. Immer mehr Homepages im Internet bieten ihren Besuchern mittlerweile kostenlose und werbefinanzierte Dienste an und naturgemäß steigt damit nicht nur die Anzahl der geschalteten Werbungen, sondern auch die Anzahl der Werbefirmen, die mit Web Bugs arbeiten. Meist sind auf den populären Webseiten auch gleich Web Bugs von mehreren Werbefirmen eingebaut. Eine der bekanntesten und größten Firmen, die auf diese Art werben ist z.B. Doubleclick, die nach Angaben des Geschäftsführers Arndt Groth in Deutschland im Moment noch keine Cookies einsetzt, sondern damit noch wartet, bis die Akzeptanz der Surfer gegenüber dieser Form des Monitoring etwas größer ist. In Anbetracht der Geographie des Internets ist diese Aussage für deutsche Verbraucher aber recht bedeutungslos, da man sich im Internet natürlich nicht innerhalb der Grenzen eines Landes bewegt, sondern mit wenigen Mausklicks auf Webserver in aller Welt weitergeleitet wird. Die amerikanische Muttergesellschaft Doubleclick und ähnliche Werbefirmen arbeiten dagegen schon längst mit Cookies. Es ist damit zu rechnen, daß die Online-Werbung förmlich explodieren wird und wenn die Firma Doubleclick erklärt, daß das geschätzte Volumen von Online-Werbung in Deutschland von ca. 400 Millionen Mark im Jahr 2000 auf auf über 4 Milliarden Mark in lediglich 10 Jahren ansteigen wird, ist diese Prognose noch eher untertrieben. Durch das Wachstum der Werbung wird auch verstärkt der Wunsch nach einer gezielten Kontrolle über die Verbraucher entstehen, welcher durch Web Bugs befriedigt werden kann. |